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Forschungsstand

In Deutschland gibt es keine systematische Messung von Pestizidrückständen im Boden, in der Luft und im Wasser – obwohl mehrere hundert Wirkstoffe in der Landwirtschaft zugelassen sind. In den letzten Monaten hat die Menschen vor allem das Ackergift Glyphosat bewegt: Glyphosat ist das weltweit und auch in Deutschland am häufigsten eingesetzte Pestizid. Es findet sich nicht nur in konventionellem Viehfutter, in Getreide und in Bier, sondern auch in jedem von uns, zum Beispiel im Urin. Man kann also sagen, Glyphosat hat bereits seinen festen Platz in unserer Umwelt, der Nahrungskette und auch im menschlichen Organismus gefunden.

Wissenschaft ohne Konsens

Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Breitbandherbizid kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Außerdem sind zahlreiche Studien zu der Substanz nicht wissenschaftlich objektiv und unabhängig. So haben Hersteller von Glyphosat zwischen 2012 und 2016 eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten in Auftrag gegeben. Das Fehlen eines wissenschaftlichen Konsenses  widerspricht dem europäischen Grundgesetz für Lebensmittelsicherheit. Laut der Gesetzgebung gilt in Europa der „vorsorgende Gesundheitsschutz“, d. h., für die Lebensmittelsicherheit hat Prävention Vorrang. Dieser wird jedoch im Fall von Glyphosat nicht erfüllt.

Unsere Studie

Wir sind der Meinung: Die Entscheidung der EU muss wissenschaftlich objektiven Kriterien folgen. Daher möchten wir unseren eigenen Forschungsbeitrag leisten. Aktuell arbeiten wir mit Ökotoxikologen an einer Studie, bei der die Verbreitung von Glyphosat in der Luft gemessen wird. In unserer Untersuchung wird die Luftbelastung mittels Baumrinde analysiert – denn Baumrinde wirkt wie ein Aktivkohlefilter und sammelt Luftschadstoffe. Die Ergebnisse unserer Studie liegen voraussichtlich im November 2017 vor. Die Befunde werden eine erste Einschätzung liefern, wie sich Glyphosat, sein Abbauprodukt AMPA sowie 500 weitere Pestizidwirkstoffe über die Luft verbreiten.

Detaillierte Informationen zu unserem Studiendesign finden Sie hier.

 

Mehr zum Thema:

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